Das Bondage-Handbuch


Hilfsmittel

Um den D-Ring einer Handfessel an den D-Ring einer Fußfessel zu schließen oder um jemanden in seinen Fußhebefesseln hochzuziehen, benötigt man Hilfsmittel. Neben Schiffsausrüstern, Segelfachgeschäften, Baumärkten und Bergsteigershops führen auch Reitershops das Geeignete.
Panic-Snaps sind Verschlüsse, die auch unter Zugbelastung mit einer Hand zu öffnen sind, sie befinden sich gelegentlich an Führleinen für Pferde und sonstiges Viehzeug.
Feuerwehrkarabiner oder Bergsteigerkarabiner mit oder ohne Überwurfsicherung bieten sich zum Aneinanderschließen von Fesseln an, sind aber recht unbequem zu öffnen. Dafür kann man die besseren durch die Sicherung gegen unfreiwilliges Öffnen schützen.
Schekel kann man recht günstig kaufen, wenn sie denn nicht aus Nirosta-Stahl sein müssen. Sie sind eine gute Möglichkeit, Handfesseln oder Ketten zu verbinden. Doch das Öffnen und Schließen braucht immer ein bißchen Fummelei; wenn sich der Verschluß richtig festgedreht hat, benötigt man einen Schekelöffner oder eine Zange. Das kann zu langsam gehen, wenn jemand ganz schnell aus der Fesselung heraus will oder muß, daher als Verschluß einer Fesselung nicht zu empfehlen.
Viele Hand- und Fußfesseln werden mit einem Doppelkarabiner verkauft. Diese Karabiner lassen sich schnell und sicher öffnen. Sie sind stabil, nur leider im normalen Fachhandel sehr schlecht aufzutreiben.
Seilzüge, Kettenzüge, Winden und Elektrowinden dienen dazu, Lasten in die Höhe zu befördern. Voraussetzung für ihre Benutzung ist ein stabiler Haken bzw. sogenannte Krippenhaken und Schaukelringe in der Decke, und das ist bei den meisten modernen Bauten ganz schnell ein Problem. So passiert es manchmal, daß ein Haken nach langer Benutzung doch ausreißt. Sicher ist ein Haken nur, wenn er in einen Deckenbalken eingeschraubt ist. Es gibt inzwischen Geräte, die auf elektronischem Wege anzeigen, wo die Stützbalken verlaufen. Eine Alternative ist eine stabile Balkenkonstruktion, die vom Boden aus einen Deckbalken trägt, in den der Haken eingeschraubt werden kann.
Einfache, preiswerte Seilzüge aus dem Baumarkt erlauben es, ohne viel Anstrengung einen 90-Kilo-Menschen hochzuziehen. Diese Geräte haben einen Stopper, der aber nicht immer völlig zuverlässig arbeitet. Deswegen sollte man zusätzlich einen stabilen Haken in der Wand befestigen, um das lose Ende des Seilzuges dort extra sichern zu können. Mit den sehr viel aufwendigeren Kettenzügen und Elektrowinden lassen sich sehr viel schwerere Lasten bewegen. Das Eigengewicht dieser Geräte ist so groß, daß sich hier die Befestigung an einem Stahlträger(!) empfiehlt. Normale, mit einer Handkurbel betriebene Winden sollten kein normales Seil, sondern Stahlseil bewegen. Diese Winden haben einen Sicherungsstift, der ein Zurücklaufen verhindert. Vor der Benutzung sollte man sich wie bei allen Geräten überzeugen, daß sie einwandfrei funktionieren.
Spreizstangen dienen, wie der Name schon sagt, dazu, Beine oder Arme in gespreizte Haltung zu zwingen. Es gibt diese Stangen in den unterschiedlichsten Ausführungen, vom Selbstbau bis hin zu Teleskopstangen, deren Länge variabel ist. Meist haben diese Stangen an jeder Seite eine große Öse, manche sind in der Mitte noch mit einer dritten Öse versehen. Diese Öse kann dazu dienen, jemanden daran hochzuziehen, aber billigere Fabrikate sind so instabil, daß sie bei starker Belastung in der Mitte durchbiegen, zerbrechen oder die Ösen ausreißen. Für derartige Experimente sollte man lieber eine Stahlstange mit fest verschweißten Ösen nehmen. Man kann sich recht einfach eine Spreizstange selber machen: Im Baumarkt ein Alu- oder Kupferrohr vom Meter kaufen, es auf die gewünschte Länge mit der Metallsäge kürzen und die Kanten abfeilen, so daß keine scharfen Stellen mehr zu spüren sind. Dann ein Seil durch das Rohr ziehen. Jetzt kann man an jedem Ende mit dem Seil eine Manschette knoten, und schon ist die funktionsfähige Spreizstange fertig.
Von einigen Herstellern gibt es Systemspreizstangen, die untereinander variierbar sind, die z.B. die Möglichkeit bieten, in der Mitte eine zweite Stange im 90°-Winkel anzuschrauben, an deren Ende sich ein Dildo befindet oder die wiederum mit einer weiteren Spreizstange zu einem Doppel-T-förmigen Rahmen verbunden werden kann. Da diese Systeme in sehr kleiner Stückzahl hergestellt werden, sind sie unverhältnismäßig teuer.
Eines der wichtigsten Hilfsmittel, welches in keinem Bondage-Haushalt fehlen sollte, sind Geräte zum schnellen und sicheren Öffnen der Bondages. Neben den Ersatzschlüsseln für Schlösser, Schekelöffnern und im Bedarfsfalle das eine oder andere exotische Werkzeug gehört als Sicherheitsmaßnahme für den schnellen Ausstieg gerade bei Seil-Bondages und Mumifizierungen etwas dazu: Werkzeug zum sicheren Schneiden. In jedem Verbandskasten befindet sich eine Verbandschere (hat eine stumpf abgerundete Schneide, damit sollte die Schere unter das zu durchschneidende Material geschoben werden), die sich hervorragend zum Durchschneiden von Seilen eignet. Wer seinen Verbandskasten nicht plündern will und den Kauf eines im allgemeinen recht teuren Exemplars in der Apotheke oder im Sanitätsfachhaus scheut, kann auf Gurtschneider oder Paketbandschneider ausweichen. Gurtschneider dienen eigentlich zum schnellen Öffnen eines verklemmten Sicherheitsgurtes im Notfall, man erhält sie also im Fachhandel für Autozubehör. Paketbandschneider dienen zum Öffnen gut verpackter Pakete, ohne daß man dabei den Inhalt beschädigt, also genau das Richtige für den Bondage-Spezialisten. Gut sortierte Bürobedarfsläden und Kaufhäuser führen dieses Werkzeug.


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