Lexikon der Lustmittel

Geishakugeln
(Liebeskugeln, siehe auch Ben-Wa-Bälle, Orgasmuskugeln, Rinotama, Ruckzuck-Orgasmuslust) Ballspiel für die Geisha in uns. Orgasmuskugeln sind ein uraltes Erotikspielzeug aus Japan, denn die Frauen aus dem Land der Toyotas wußten schon immer, wo es langgeht in Punkte Höhepunkt. Die Erregungskugeln kommen paarweise daher und werden durch eine Schnur zusammengehalten. Die eine der beiden Geishakugeln ist etwas größer als die andere und im Inneren der Kugeln befinden sich weiter kleinere Kügelchen, die dann in den größeren hin und herrollen können. Gib dir die Kugel, lautet die Devise. Frau schiebt die Bälle ganz in die Muschi hinein, nur das Schnurende zum Herausnehmen liegt wie ein Tamponfaden am Scheidenausgang. Die Liebeskugeln kullern herum, stimulieren bei jedem Schritt und verursachen einen steten erotischen Reiz. Einige Frauen finden es geil in der Scheide gekullert zu werden, andere können dem Spaß nicht viel abgewinnen, einen Orgasmus kann Frau sich damit auf jeden Fall nicht »rollen«. Das Spiel mit der Kugel soll aber in jedem Fall die Beckenbodenmuskeln stärken. Frau kann die Kugeln auch beim Geschlechtsverkehr tragen.Die Geishas hatten Orgasmuskugeln aus Elfenbein, Gold oder Silber. Heute sind sie meist aus Plastik und verschmutzen schnell. Das Vaginalsekret läuft am Band in das Kugelgehäuse. Dort kann Frau die Kugeln nicht reinigen. Nach wenigen Anwendungen wird's schmuddelig, die Dinger muffeln und fliegen in die gelbe Tonne des grünen Punkts. Besser sind latexüberzogene Kugeln, in die kein Erregungssaft fließen kann. Qualität hat seinen Preis: einfache Plastikkugeln gibt es für unter 20 Mark, bessere Kunststoffkugeln mit Metallkugeln im Innern für bis zu 50 Mark. Latexüberzogene Plastikkugeln kosten circa 40 Mark.

Geißel
(siehe auch Domina-Spiel-Set, Flagellantismus, Neunschwänzige Katze, Peitsche, Reitgerte, Rohrstock, S/M-Spiele) Wenn der Herr zur Peitsche greift, geht es dem »Bottom«, dem Sklaven, gleich besser. Dem Herr geht es auch gut, weil so eine Riemenpeitsche seine Hand schont und er viel weniger Kraft verbraucht. Denn eine Peitschsession ist schließlich ziemlich anstrengend. Eine Geißel ist eine Peitsche mit mehreren Riemen, circa 70 Zentimeter lang, meist aus Rindsleder. Gibt es zum Beispiel bei http://www.schlagzeilen.com/für 79 Mark.

Gender Bending
(siehe auch Cross Dressing, Cybersex, Damenunterwäscheträger) Virtuelles Cross Dressing. Dabei schlüpft ein Mensch im Rahmen eines Phantasiespiels oder eines Chats im Netz in ein anderes Geschlecht. Was Männer im realen Raum gerne machen, nämlich sich als Frau anziehen, zu Hause oder auch unterm Zweireiher, kann im Internet ganz einfach bis hin zur totalen Geschlechtsumwandlung gehen. Man braucht dazu nur seine Phantasie. Der Macho wird zur Traumfrau und die Barbiepuppe wird zum Rennfahrer. Jeder kann die Identität ausprobieren, die ihn schon lange gelockt hat, und das kann ganz schön erregend sein.

Gerte
(siehe auch Fesseln, Fagellantismus, Folter, Geißel, Peitsche, Reiterspiele) Bevor so richtig losgeritten wird, läßt so mancher erst mal die Peitsche tanzen. Die zarte Ledergerte bringt Freunde von devoten Spielereien so richtig in Fahrt. Der Rittmeister testet erst die Lederpeitsche am Po und dann geht's im Galopp durch die Gärten der Lüste. Die eleganten Schlaginstrumente gibt es im Geschäft für Reiterbedarf und natürlich im gut sortierten Sexshop oder Erotikversand ab 30 Mark aufwärts.

Geschirr
(siehe auch Cophalfter, Harness, Kopfharness, Oberschenkelgurt) Ein Art Dessous für Männer und Frauen, das im Prinzip nur aus Lederriemen besteht. Die Riemen, meist mit Nieten und Ösen versehen, werden über Hüften, Brust und Hoden geschlungen. Gibt es auch für Frauen, wird aber vorwiegend von Schwulen getragen. Ab circa 100 Mark.

Getragene Unterwäsche
(oder Geruchsfetischismus, siehe auch Bizarr Sex, Dessous, Fetisch, Striptease, Unterwäsche) Schon Anfang des Jahrhunderts besserten Nachtclubbesitzer in Paris ihren Geldbeutel auf, indem sie Wäscheversteigerungen anboten. Das waren Stripvorführungen, bei denen die getragenen Dessous direkt an den Mann gebracht wurden. Damenunterwäsche hat die Männerwelt schon immer aufgegeilt und ein Stück, an dem noch die Wärme und der Geruch der Trägerin haftet, ist für Geruchsfetischisten das höchste der Gefühle. Besonders ausgeprägt war die Sucht nach getragenen Frauenunterkleidern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, wo es nicht viel Haut zu sehen gab. Die Wäschefetischisten gerieten allein durch das Berühren von getragenen Unterkleidern in sexuelle Ekstase. Strumpfbänder, Schuhe und Busentücher galten schon lang vorher als Liebespfand. Auch unser aller Herr Goethe stand auf solche Erinnerungsstücke, um sein Herz und nicht nur das in Wallungen zu bringen. Während seiner Italienreise schrieb er an seine Angebetete: »Schicke mir doch ja etwas von dir, das ich so recht ans Herz drücken und dabei an dich denken kann. Am liebsten einen durchtanzten Schuh oder einen Strumpf, den du lange getragen ... ich will ihn teuer und wert halten, als wär's ein Stück von dir selbst.« Wer keine Teuerste hat, die ihm an intimsten Stellen getragene Reizwäsche überläßt, kann sich anonym getragene Dessous bei Spezial-Anbietern besorgen. Für teures Geld natürlich. Ein Spitzenhöschen, das einen Tag getragen wurde, kostet 100 Mark, bei einer Woche Tragezeit werden 75 Mark Aufpreis verlangt. In Japan gibt es die Riech-Höschen sogar aus dem Automaten.

Gewichte
(oder Tit Weight, siehe auch Brustklemmen, Parachute) Schwere Lust. Gewichte sind meist aus Metall und werden an Brustklemmen oder Hodenbändern befestigt, um den Schmerz zu steigern. Erhältlich zylinder- oder tropfenförmig. Erinnert an Ohrringe oder an Teile von Kronleuchtern. Gibt es auch mit schwarzem Leder bezogen. Die Preise steigen in Relation zum Gewicht. 100 Gramm gibt es ab 29 Mark, für ein halbes Kilo müssen schon 49 Mark hingeblättert werden.



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